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Was ist ein MOOC?

Ich habe Dave Cormiers “What is a MOOC?” übersetzt.

Das Original ist hier:

Was ist ein MOOC?

Ein MOOC oder massive online open course ist die Antwort auf die Herausforderungen, mit denen sich Organisationen und dezentralisierte Wissenszweige in einer Zeit der Informationsüberflutung konfrontiert sehen.

Wenn man früher etwas über ein Thema wissen wollte, konnte man mehrere Dinge tun:

  • man konnte jemanden fragen,
  • man konnte sich ein Buch kaufen,
  • man konnte versuchen, es selbst herauszufinden,
  • oder man konnte bei einer Bildungseinrichtung anfragen.

Wenn diese Institution einen Kurs zu dem Thema anbot, für das man sich interessierte, konnte man hingehen und ihn belegen. Dort hätte man Zugang zu den entsprechenden Informationen erhalten. Der Kursleiter hätte Zeitschriften und Bücher studiert, um die Informationen aus einer Bücherei zu ziehen. Vielleicht hätte man sogar andere getroffen, die sich für dasselbe Thema interessieren.

Der MOOC ist für eine Welt konzipiert, in der Informationen überall sind. In der ein soziales Netzwerk, das sich für dieselben Dinge begeistert wie man selbst, nur einen Mausklick entfernt ist. Eine digitale Welt. Eine Welt, in der eine Internetverbindung Zugriff auf eine berauschende Fülle von Informationen bietet.

Dieses Video zeigt den MOOC als eine Möglichkeit, in einer vernetzten Welt zu lernen.

Ein MOOC

  • ist ein Kurs,
  • ist offen,
  • ist partizipativ,
  • findet dezentral im Internet statt
  • und unterstützt lebenslanges vernetztes Lernen.

Einerseits ist ein massive open online course genau das: ein Kurs. Es gibt Moderatoren, Kursmaterialien und einen Anfangs- und Endtermin. Es gibt Kursteilnehmer. Aber ein MOOC ist keine Schule. Er ist nicht nur ein Kurs, der online stattfindet. Er ist eine Methode, Kontakte zu knüpfen und zusammenzuarbeiten und dabei digitale Fähigkeiten zu entwickeln. Ein MOOC ist ein Weg, sich auf den Lernprozess einzulassen, der hinterfragt, was es  eigentlich bedeutet, ein Lernender zu sein. Er ist, und das ist vielleicht das Wichtigste, ein Event, bei dem Leute, denen ein Thema am Herzen liegt, zusammenkommen und strukturiert daran arbeiten und darüber diskutieren können.

Der Kurs ist offen. Die ganze Arbeit findet in Bereichen statt, auf die alle Zugriff haben, so dass sie lesen, nachdenken und Kommentare abgeben können. Der Kurs ist auch insofern offen, dass man teilnehmen kann, ohne etwas dafür zu bezahlen. (Eventuell muss man bezahlen, um einen Schein von einer Lehranstalt zu erhalten, aber die Teilnahme am Kurs selbst ist kostenlos.)

Er ist auch in dem Sinne offen, dass alles, was im MOOC erarbeitet wird, mit sämtlichen Kursbesuchern geteilt wird. Die Materialien, die von den Kursleitern zusammengestellt werden, die Arbeiten der Teilnehmer, alles wird offen behandelt. Man behält seine Arbeiten, aber alle anderen können daraus lernen.

Der Kurs ist partizipativ. Man wird tatsächlich Teil des Kurses, indem man sich mit der Arbeit der anderen beschäftigt. Die Teilnehmer bekommen keine konkreten Aufgaben vorgelegt, die sie erledigen müssen, sondern sollen sich vielmehr mit den Kursmaterialien auseinandersetzen, miteinander und mit anderen Materialien, die sie vielleicht im Internet finden. Man stellt Verknüpfungen zwischen Ideen, aber auch Verbindungen zwischen sich selbst und anderen her. Man vernetzt sich. Ein Nutzen, den die Teilnehmer aus dem Kurs ziehen, sind die Netzwerkverbindungen, die sie aufbauen, um miteinander zu interagieren.

Der Kurs findet dezentral im Internet statt. Und all diese Blogeinträge und Diskussionsbeiträge, Videoantworten, Artikel, Tweets und Tags, sie alle verweben sich miteinander zu einem Kurs-Netzwerk. Sie finden sich meist nicht an einer zentralen Stelle, sondern sind in verschiedenen Nischen im gesamten Internet verteilt.

Es gibt keinen „einzig richtigen” Weg um am Kurs teilzunehmen, keinen gradlinigen Pfad von der ersten zur letzten Woche. Es ist vielmehr erwünscht, dass neue Ideen entstehen, dass verschiedene Sichtweisen koexistieren. Als Nebeneffekt eines MOOCs entsteht so eine dezentrale Wissensbasis im Internet.

Der Kurs ist ein Schritt auf dem Weg zu lebenslangem Lernen. MOOCs fördern die Selbstständigkeit der Lernenden und ermutigen die Teilnehmer, in ihren eigenen Lernräumen am Thema zu arbeiten und authentische Netzwerke aufzubauen, die sie auch nach Kursende leicht pflegen können. Ein MOOC kann beim Aufbau genau der Art vom Netzwerk helfen, um das es beim lebenslangen Lernen geht. Der Kurs selbst ist nur der Anfang.

Und wie findet man einen solchen MOOC? Nun, dass ein bestimmter MOOC stattfindet, spricht sich meist in Online-Netzwerken herum. Leute, die für ihre besonderen Fähigkeiten bekannt sind oder innovative Ansichten zu einem Thema vertreten, beschließen, in Form eines MOOCs zu dieser Thematik zu kollaborieren. Und wer möchte kann mitmachen.

In einem MOOC darf man selbst bestimmen, was man tut, ob man aktiv mitmacht oder nur passiv zuhört, und am Schluss kann nur man selbst entscheiden, ob man erfolgreich war oder nicht. Wie im richtigen Leben.

somerights

(English transcript here.)

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